Mitarbeitergespräche: Schlüssel zur Toolbox aktiver, erfolgreicher Führungs- & Zusammenarbeit – oder zur veralteten Mottenkiste?

Die Antwort kann in beide Richtungen ausfallen. Denn es kommt darauf an, wie eine Führungskraft ihre Rolle definiert: als „klassische Kontrollinstanz“ oder als „Gestalterin von Rahmenbedingungen für echte Zusammenarbeit“.

Was gehört also dazu, um eine Antwort auf die Frage zu finden?
Sicher kennen Sie die scheinbar gegensätzlichen Aussagen, die so oder so ähnlich lauten könnten:

„Ich brauche keine Mitarbeitergespräche, denn ich spreche doch jeden Tag mit meinem Team.“

vs.

„Gerade weil ich im täglichen Austausch stehe, brauchen wir gezielte Gespräche.“

Schnell neigen wir dazu, uns für eine der beiden Seiten zu entscheiden. Doch ist das nicht zu voreilig? Vielleicht sollte die eigentliche Frage lauten:
Was ist Gegenstand dieser Gespräche? Was ist deren Ziel? Und handelt es sich um einen echten Dialog oder nur um Informationsaustausch?

Aus meiner Erfahrung zählt nicht die Anzahl der Gespräche, sondern die Qualität, die Zielsetzung und die Tiefe. Viele Gespräche dienen zwar operativen Zwecken, doch reichen sie für eine tragfähige, nachhaltige und zielorientierte Zusammenarbeit aus?

Wenn eine Führungskraft sicherstellen kann, auch im Alltag gezielt Fragen zu stellen – nach Entwicklungsrichtung, Kompetenzen oder Rahmenbedingungen für beide Seiten – dann ist viel möglich. Denn Fragen eröffnen Dialogräume, in denen Arbeitsbeziehungen reifen. Sie klären wechselseitige Erwartungen an Rollen und Ziele. Erfolgskritisches wie hinderliches Verhalten wird besprechbar.

Fehlt dieser Raum, braucht es aus meiner Erfahrung dezidierte Mitarbeitergespräche. Unter Umständen sogar mit firmenseitigen Dokumentationsformaten und Gesprächsleitfäden, um gegenseitiges Verständnis zu sichern.

Meine Vorschlag für eine Leitfrage im Dialog zwischen Führungskräften und Mitarbeitenden. – Denn beide tragen Verantwortung im und für den Dialog:
„Was benötigen wir beide wechselseitig, um erfolgreich, gesund und unter Einbeziehung eigener Motivation und Kompetenzen zusammenzuarbeiten?“
Eine Frage mit vielen Facetten. Für die in einem Mitarbeitergespräch sicherlich Zeit sein sollte. Dann wird dieses Gesprächsformat zum Schlüssel, der die Tür zur erfolgreichen Zusammenarbeit öffnen kann.

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